The Class of 2024

The Class of 2024


Ein weiteres, teilweise völlig irres und verrücktes Jahr liegt hinter uns. Und passend zum Jahresende veröffentlicht jeder der was von sich hält einen mehr oder weniger interessanten Jahresrückblick. So auch ich. Also, es folgen meine drei Jahresfavoriten in Sachen, Film, Fernsehen und Musik.


Songs des Jahres


2024 war für mich als Hip-Hop-Fan eines der besten Jahre der jüngeren Zeit. Nicht nur hatte ich so einige Anwärter auf den Titel Song und Album des Jahres, dazu hatte man das größte Duell der jüngeren Vergangenheit. Drake und Kendrick Lamar kreierten etwas, was in der Musikbranche lange fehlte, und eigentlich in diesem Ausmaß auch nur Hip-Hop schaffen konnte. Momente. Man kann von beiden halten, was man will aber es ist schlichtweg nicht abzustreiten, dass die frühen Morgenstunden und späten Abendstunden wo Push Ups, euphoria, Family Matters oder auch meet the grahams, großartig waren. 
Doch nun: Die drei besten Songs des Jahres.


Platz 3: DENIAL IS A RIVER - Doechii


Ihr Mixtape Alligator Bites Never Heal ist nur ganz knapp an meiner Top 3 vorbeigerutscht. Aber Denial Is A River muss ich hier irgendwo erwähnen. Ich mag das Konzept, das der Song als Dialog mit einem cartoonigen Alter Ego von Doechii aufgebaut ist. Auch einer der wenigen Storyteller auf dem Album. Und definitiv der beste Song des Tapes. Die Durchstarterin aus Florida erinnert mich teilweise etwas an die alte Nicki Minaj von Anfang der 2010er. Besonders wenn sie von Ihrer Stimmlage und Betonung in eine eher grimmige und aggressivere Richtung geht, ist eine Ähnlichkeit nicht abzusprechen. Ich freu mich auf ihr erstes richtiges Studioalbum im nächsten Jahr.


Platz 2: Tasche - OG Keemo & Souly


Technisch gesehen bereits letztes Jahr erschienen, zählt dieser Song aufgrund der Veröffentlichung von Fieber zu diesem Jahr. Tasche ist meiner Ansicht nach der beste Deutschrap Song, den wir dieses Jahr hören durften. Erst ein unfassbar geiler Trap Part von Keemo. Textlich eher Basic, aber trotzdem mit dem gewissen Touch den man vom Mannheimer kennt. Und dann kommt dieser fast schon göttliche Part von Souly. Erstmal liebe ich das Sample von Lupin the 3rd: Das Schloss des Cagliostro der zwar im harten Kontrast zum Part von Keemo steht, aber keinesfalls fehl am Platz wirkt. Komplettiert wird das Sample mit richtig harten Basstönen, die einem teilweise fast das Hirn wegsprengen. Also genauso wie ich es mag. 

Platz 1: euphoria - Kendrick Lamar


Wie soll es anders sein. Wenn mein GOAT droppt, wird es in dieser Liste in irgendeiner Art und Weise auftauchen. euphoria ist der Disstrack mit dem höchsten Replay Value in diesem Jahr. Unfassbar starke Lines, herrliche Flows und drei verschiedene Beats, von denen einer besser ist als der andere. Der Song, den ich dieses Jahr am meisten gehört habe und der Song der 2024 geprägt hat wie kein anderer.

Alben des Jahres

Und auch was Alben angeht, wurde man in diesem Jahr alles andere als enttäuscht. Selten habe ich mich so schwergetan mich auf einen ersten Platz festzulegen. Dementsprechend gibt es für mich kein Album des Jahres. Vielmehr sind es drei Alben die sich den ersten Platz teilen. Man könnte die folgenden drei in sämtlicher Reihenfolge anordnen und ich wäre okay damit. Also, die drei Alben des Jahres:


Album 1: GNX - Kendrick Lamar


GNX habe ich ja bereits eine eigene Kritik gewidmet. Und alles, was ich damals schrieb, würde ich auch heute noch genauso schreiben. Ich höre das Album immer noch regelmäßig und habe auch einen Monat nach Release jeden Song des Albums in meiner Songrotation. Selbst jetzt wo ich diese Zeilen abtippe höre ich dieses Album. Die ganz großen Highlights sind für mich aber luther, reincarnated, squabble up, heart pt. 6, man at the garden, und ach eigentlich ist das ganze Album ein Highlight.



Album 2: Fieber - OG Keemo


Mit Tasche habe ich bereits schon den besten Deutschrapsong des Jahres gekührt. Und es dürfte wenig verwunderlich sein, dass damit Fieber das beste Album des Jahres im Deutschrap ist. Jazz-Anleihen reihen sich hier wie gesagt eng an eng mit harten Trap-Songs. Und das geht vor allem deswegen so gut auf weil Funkvater Frank und OG Keemo ein Duo auf der Größe von Madvillain darstellen. Auch wenn einige eher mittelmäßige Tracks vorhanden sind, überstrahlen die großen Momente auf diesem Album alles. Bee Gees, Fiesling, Fieber und auch Tasche. All das sind einfach unfassbar großartige Songs und haben für mich das Jahr 2024 maßgeblich geprägt.



Album 3: Blue Lips - ScHoolboy Q


Wahrscheinlich das kompletteste Album des Jahres. Das Blue Lips mir so gefallen würde hätte ich echt nicht gedacht. Ich hab erst auch gar nicht mitbekommen, dass Q überhaupt ein neues Album veröffentlicht hat. Und nach der durchaus guten Rezeption bei Kritikern war meine Erwartungshaltung auch vergleichsweise groß. Und diese Erwartung wurden voll erfüllt. Selten hab ich so ein sauberes und rundes Projekt gehört. Kein Song ist hier wirklich schlecht. THank god 4 me, oHio und Yeern 101 sind definitv große Highlights des Jahres. 


Serien des Jahres

Serien technisch war es ein ziemlich komisches Jahr. Es gab zwar einige hochkarätige Titel die mich aber teilweise enttäuschten, oder die ich schlichtweg noch nicht beendet habe. Die zweite Staffel Arcane war bisher großartig, aber hat einen Platz in den Top 3 nicht ganz erreicht. House Of The Dragon war zwar eine sehr gute Staffel, aber hier wurden meine Erwartung schlichtweg nicht erfüllt. Und auch die hochgelobte Adaption von Fallout konnte mich einfach nicht überzeugen. Dennoch gab es drei Serien, die trotz allem einfach großartig waren.

Platz 3: Shrinking


Keine andere Serie hat mich Woche für Woche so sehr fertig gemacht wie Shrinking. Alleine für die Bestleistungen von Harrison Ford, die man hier regelmäßig zu Gesicht bekommt, lohnt sich das Apple TV+ Abonnements. Die Chemie zwischen den Darstellern ist nahezu perfekt. Gleiches gilt für die Qualität der Serie. Es ist eine nahezu perfekte Fortsetzung. Denn teilweise bleiben doch einige Charaktere auf der Stelle stehen und entwickeln sich kaum weiter.

Platz 2: The Penguin


Wir werden wohl nie näher an eine Reinkarnation von James Gandolfini als Tony Soprano kommen als mit Collin Farrell als Oz Cobb. Die Parallel und anlehnen an den berüchtigten Mob Boss aus New Jersey sind offensichtlich und auch nicht abstreitbar. Aber nie fühlt es sich wie eine freche Kopie des Charakters an. Es ist viel mehr eine Ehrung und sinnvolle Weiterführung des besten fiktiven Charakters, der jemals eine Leinwand oder einen Fernsehbildschirm betreten durfte. Cent’anni



Platz 1: The Bear


Bereits zum dritten Mal in Folge ist The Bear meine Serie des Jahres und hat auch mittlerweile einen Platz unter den meiner Ansicht nach besten Serien aller Zeiten sicher. Zweimal habe ich mir die dritte Staffel in diesem Jahr angesehen. Zuerst bei der Erstausstrahlung über Hulu und dann im August über das deutsche Disney+. Und beide Male habe ich so ziemlich alle Emotionen durchlebt, die es so gibt. Allein die erste Folge ist eine Meisterleistung der TV-Industrie und brachte mich mit dem wunderschönen Anfang der zweiten Folge mehrmals zum Heulen. Ich liebe die Charaktere und das ganze drumherum. Für mich persönlich kommt die dritte Staffel aber nicht ganz an ihren Vorgänger heran. Aber an die Folge Forks (S. 2 Ep. 7) wird wohl eh nichts mehr herankommen.

Filme des Jahres

Man muss es leider in aller Deutlichkeit sagen: Das Filmjahr 2024 war eher enttäuschend. Es erschienen zwar sehr viele gute Filme, die mich auch überzeugen konnten. Aber halt auch wenig was wirklich herausragend war. Und das Blockbusterkino fiel ja eh bekanntlich mau aus. Dennoch folgen hier die meiner Ansicht nach besten Filme des Jahres:

Platz 3: The Zone of Interest - Jonathan Glazer


Es ist ein höchst interessantes Konzept einen Film nur mit versteckten Kameras und praktisch als Dokumentarfilm zu präsentieren. Dialoge werden hier chronisch untergeordnet und dem Zuschauer als unnötiges Beiwerk präsentiert. Und dann kommt dieser so großartig durchdachte Sound. Alles hier klingt so echt und man hört genau wo welcher Ton herkommt. Auch wenn die Handlung hier für mich teilweise komplett egal war, ist die technische Umsetzung einfach nur beeindruckend.

Platz 2: Civil War - Alex Garland


Wenn Dune Part Two in diesem Jahr nicht erschienen wäre, würde ich wahrscheinlich in einigen Tagen Civil War zu meinem Lieblingsfilm des Jahres 2024 küren. Ich würde sogar so weit gehen so sagen, dass Civll War bereits jetzt einer der besten Filme der aktuellen Dekade ist. So großartig fand ich dieses von Alex Garland herrlich inszeniertes Kriegsdrama. Ich liebe es wie der Film mit der Kamera umgeht und das Risiko für ein gutes Foto sogar wirklich über Leichen zu gehen regelmäßig kaltblütig darstellt. Was ich ebenfalls als frische Idee empfand, war es das die geschossenen Bilder sofort eingeblendet werden. Eine Szene wird zwar so kurz unterbrochen, aber es passt halt perfekt in den Sinn von Fotos rein. Einen Moment losgelöst von der Zeit zu porträtieren. Und das hat Alex Garland hiermit geschafft. 


Platz 1: Dune: Part Two - Denis Villeneuve


Dieser Film ist ohne groß nachzudenken der beste Film des Jahres. Bereits sechs Mal habe ich dieses bildgewaltige Meisterwerk von Denis Villeneuve gesehen. Langsam gehen mir auch die Superlative für diesen Film aus. Deshalb: Auch Dune: Part Two hat von mir eine eigene Kritik bekommen und ich empfehle jeden diese zu lesen, sofern er oder sie es noch nicht getan hat.

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