Olympia Tagebuch: Tag 5 | Niemals Aufgeben

 Niemals Aufgeben

124. Das ist die Anzahl an Medaillen die Deutschland inklusive Vorgängerstaaten im Rudern bei Olympia sammeln konnte. Es ist eine der Aushängeschilder neben Reiten, der Leichtathletik und den Schwimmwettbewerben. Vor drei Jahren enttäuschte man in Tokyo noch ein wenig, doch diesmal soll alles anders laufen. 

Doch zuerst scheint es nicht anders zu werden. Im Doppelvierer der Herren war man zwar kein Favorit, aber mit den Deutschen Ruderren ist immer zu rechnen. Aber es sollte schlichtweg nicht sein. Nach einem langen Verharren auf Platz sechs kämpft man sich auf Platz fünf hoch. Es wäre aber sicherlich mehr drin gewesen. Bei den Frauen sieht es eine lange Zeit genauso aus wie bei den Herren. Man steht lange auf Platz fünf und liefert sich ein Duell mit den Schweizern um diesen. Doch auf den letzten 500 Metern zieht man das Tempo rasant an. Auch wenn man sicherlich von abfallenden Ukrainerinnen profitiert. In einem großartigen Endspurt kämpft man sich auf den dritten Platz hoch und ergattert Bronze.

Und der Medaillenfluch scheint für die Olympischen Spiele gebrochen.


Silbernes Judo

Ippon um Ippon erzielte die Hamburgerin Miriam Bukereit in ihrem Weg zum Finale im Judo in ihrer Gewichtsklasse. Erst räumt sie im Golden Score die Australierin Aoife Coughlan aus dem Weg. Dann knallt sie nach zwei Minuten die Belgierin Gabriella Willems auf die Matte um zum Schluss die Österreicherin Michaela Polleres nach sieben Minuten zu besiegen. Im Finale geht es dann gegen die Kroatin Barbara Matic. Beide sind auf einem relativ ähnlichen Niveau. Relativ schnell fällt aber der erste Punkt für Matic. Bukereit probiert alles um noch irgendwie punkten zu können doch schafft es einfach nicht. Es wird "nur" Silber im Finale. Doch zufrieden kann man damit defintiv sein.


Eduard Trippel musste sich schon in seinem ersten Kampf heute geschlagen geben. Er unterlag dem Schweden Marcus Nyman in der Verlängerung. Besonders bitter, da Nyman zum Zeitpunkt der Niederlage bereits zwei Strafen kassierte, während Trippel sauber blieb.

Aller guten Dinge sind zwei

Nachdem die beiden Triathlons gestern aufgrund der schlechten Wasserqualität abgesagt worden sind, standen sie heute dann endgültig an. Zuerst starteten die Frauen. Und für die drei deutschen Athletinnen sieht es zu Beginn auch ganz gut aus. Laura Lindemann kann sogar auf Rang vier vorstoßen. Doch nach einem Sturz im frühen Abschnitt des Radfahrens fällt erst Nina Eim aus der Konkurrenz und später durch einen weiteren Massensturz auch Lisa Tertisch und Laura Lindemann. Im Marathon kämpft man zu dritt jedoch weiter und kann sich noch in die Top 12 retten. Auf dem Papier ein solides Ergebnis. Doch zumindest eine Bronzemedaille wäre durchaus drin gewesen.

Im Triathlon der Herren schaffen es die drei Deutschen Kandidaten lange nicht höher als Platz 20. Der beste ist noch Tim Hellwig der es am Ende auf Rang 18 liegt. Lasse Lührs und Jonas Schomburg erreichen noch die Top 25. Eine wirkliche Chance auf eine Medaille war nie zu spüren.

She can(adier einer)

Nachdem es Ricarda Funk nicht geling im Kanu-Einer eine Medaille zu ergattern, konnte Elena Lilik ein Medaille nach Hause holen. Im Canadier Einer musste sie sich nur der überragenden Jessica Fox die die ganze Spiele auf Top Level performt geschlagen geben. Mit einem super Lauf sichert sie sich verdient die Silbermedaille. Die 25-Jährige holt damit ihren ersten Olympia-Erfolg. Am Freitag tritt sie noch ein letztes mal im Zeitfahren an.


Nächster Triumph im Becken

Es standen mit die letzten Wettkämpfe im olympischen Wasserbecken statt. Jedes Finale mit deutscher Beteiligung. Olympia-Sieger Lukas Märtens konnte sich in seinem Vorlauf auf dem ersten Platz für die 200m Rücken qualifizieren. Er ist dann morgen im Finale dran. Über 1500m Freistil der Damen hatte der Deutsche Schwimmverband gleich zwei Eisen im Feuer. Leonie Märtens und Isabel Gose. Während Märtens das gesamte Rennen eher ihr eigenes Ding machte und sich schnell von der Konkurrenz ablöst, kämpft Gose um eine Medaille. Das ganze Rennen liefert sie sich ein Kopf an Kopf Duell mit der Italierin Simona Quadarella. Lange liegt die Italienerin vor ihr und sie kann regelmäßig nur kleine Stiche setzen. Doch auf den letzten 100 Metern kommt Gose. Und überholt Quadarella wodurch die nächste Medaille für den DOSB gesichert ist. 
Josha Salchow hat sich als erster Deutscher seit über 20 Jahren wieder für das Finale über 100m Freistil qualifiziert. Im Finale konnte er sich vor den beiden US-Amerikanern auf Platz sechs festsetzen.



Kerber tritt grandios ab




Das Viertelfinale gegen Qinwen Zheng sollte leider das letzte Spiel von Angelique Kerbers Tenniskarriere werden. In einem großartigen Tennismatch fordert die Kielerin ihre chinesische Konkurrentin über drei Sätze heraus. In einem spektakulären ersten Satz kommt Kerber immer wieder zurück und erzwingt den Tie-Break. Diesen kann sie am Ende für sich entscheiden. Es geht weiterhin hin und her. Zheng holt zwei Spiele am Stück und kann so Satz Nummer zwei mit 6:4 für sich entscheiden. Es geht also in den alles entscheidenden dritten Satz. Beide sind sichtlich angeschlagen und müde von der Pariser Hitze in Roland Garros, aber auch von knapp zwei Stunden Tennis die beide bereits in den Knochen hatten. Kerber kann sich eine Führung von 4:1 aufbauen. Die Chinesin holt sie aber ein und verkürzt auf Gleichstand. Beim Stand von 6:6 geht es wieder in den Tie-Break. Keiner der Teilnehmerinnen schenkt sich irgendetwas. Kerber wehrt erfolgreich drei Matchbälle ab. Doch es ist nicht genug. Qinwen Zheng gewinnt nach einem dreistündigen Marathon gegen die Deutsche Veteranin, die nun in den verdienten Ruhestand geht. Ich verneige mich vor einer klasse Tennisspielerin und freue mich auf die neue Tennisgeneration.

Die Nummer eins der Welt Novak Djokovic traf heute wieder einmal auf deutsche Konkurrenz. Der Serbe lieferte sich ein spannendes Duell gegen Dominik Köpfer der einen mehr als guten Eindruck gegen Djokovic machen konnte. In Satz Nummer eins kämpft er sich nach kleinen Rückschlägen immer wieder zurück und kann am Ende sich leider nicht durchsetzen. In Satz zwei zeigt sich die Klasse von Djokovic. Mit Sieg nach zwei Sätzen (7:5, 6:3) und 90 Minuten Spielzeit zieht er ins Viertelfinale ein,

Die Doppel bestehend aus Kevin Krawietz und Tim Pütz sowie Dominik Köpper und Jan-Lennard Struff sind beide aus dem Doppelturnier ausgeschieden. Erstgenannte gewannen ihren ersten Satz doch mussten im dritten Satz in den direkten Tie-Break, welches sie leider verloren. Köpper und Struff gaben sich nach zwei umkämpften Sätzen gegen das Australische Duo geschlagen. Beide Sätze gingen ins Tie-Break.

Beachvolleyball, Hockey und Handball - Was sich sonst heute abspielte

Im Beachvolleyball lief es für Laura Ludwig und Luisa Lippmann eher schlecht. Nach zwei Sätzen verlor man deutlich gegen die Schweizerinnen. Um das weiterkommen in die nächste Runde muss man jetzt zittern. Svenja Müller und Cinja Tillmann konnten hingegen ihren zweite Sieg einfahren. Auch Nils Ehlers und Clemens Wicklers konnten gegen Frankreich einen Sieg einfahren.

Im Handball mussten die Herren gegen Angstgegner Kroatien ihre erste Niederlage im Turnierverlauf einstecken. Mit einem 26:31 unterlag man den Kroaten mehr oder weniger deutlich. Als nächste Gegner folgt die Auswahl Spaniens.

Im Hockey konnten die Damen sowie die Herren beide Erfolge einfahren. Während sich DANAS mit einem 5:1 Kantersieg gegen Olympiadebütant Frankreich durchsetzten konnte, gelang der HAMANAS ein wichtiger Sieg gegen Gruppengegner Holland. In einem knappe Duell mit einem Endstand von 1:0 konnte der schwierigste Gruppengegner bezwungen werden.
Noch ein Satz zu den Damen. Das Fass was in den sozialen Medien bezüglich des Ausrasters vom Bundestrainer gemacht wird is unfassbar unnötig. Jeder der schonmal etwas mit dem Mannschaftssport zu tun hatte, weiß das dies völlig normal. Solch eine direkte Kommunikation gehört einfach dazu.


Dimitrij Ovtcharov konnte sein Duell gegen Megatalent Felix Lebrun nicht gewinnen. In einem packenden Duell gewinnt Lebrun mit 7:6. Damit sind sämtliche Deutsche Tischtennisspieler chancenlos auf eine Medaille im Einzel. Eine Chance in der Teamdisziplin besteht aber definitiv. 

Das Damen 3x3 Team konnte ihren Erfolg gestern gegen die USA nicht fortführen. Gegen Australien verlor man nach dem erreichen des Punktelimits von 21. Schämen brauch man sich für die Niederlage keinesfalls. Man blieb dauerhaft an den Damen aus Down Under dran und erzielte stabile 19 Punkte.



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