Olympia Tagebuch: Tag 9 | Lauf Forest Lauf

Lauf Forest Lauf

Wie der Titel schon mutmaßen lässt fanden heute mit Abstand am meisten Qualifikation und Finals in den diversen Laufdisziplinen und Sprints an. Auch aus Deutschland gingen einige Athleten mit einigermaßen gute Chancen an den Start. Unter anderem die 3000m Hindernis, 100m, 110m Hürden und die 400m standen auf dem Programm
Im 3000m Hindernislauf der Damen hatte Deutschland drei Chancen auf einen Finaleinzug. Und Überraschung! Alle drei haben es geschafft. Dachte ich erst zumindest. Gesa Felicitas Krause schloss ihr Rennen trotz einiger Stolperer auf dem dritten Platz ab. Im dritten Vorlauf landete Lea Meyer ebenfalls auf Platz drei. Olivia Gürth hatte aber ziemliches Pech. Mit der Kazachin Norah Jeruto kam sie zeitgleich ins Ziel. Per Fotofinish konnte man aber erkennen das Gürth eine Hundertstelsekunde später im Ziel war als Jeruto. Ein sehr unglückliches Ausscheiden.
Manuel Mordi muss für die 110m Hürden nochmal in den Hoffungslauf. Als einziger Deutscher geht er in dieser Disziplin an den Start. Dazu durfte er sofort im ersten Vorlauf starten, landete aber nur auf dem vierten Platz. Am Dienstag bekommt er dann seine zweite Chance.
Über die 400m Hürden der Damen ist Carolina Krafzik zwar auf dem letzten Platz im Vorlauf gelandet, doch auch sie darf noch einmal im Hoffnungslauf antreten. Morgen um 10:50 rennt sie um den Halbfinaleinzug.

Sprung in der Schüssel

Im Weitsprung der Herren hatte Simon Batz heute die Qualifikation vor sich. Nach einem misslungenen und nicht gegebenen ersten Versuch, springt er in seinem zweiten gleich mal 7,90m. Im letzten Sprung erreichte er noch 7,60m. Auf einem angenehmen fünften Platz in der Quali darf er sich nun auf das Finale am Dienstag freuen. 
Christina Honsel hatte sich schon am Freitag für das Finale im Hochsprung qualifiziert. Am Abend im Stade de France ging es dann auch für sie um Medaillen.

In dem Unruh liegt die Kraft

Die letzten Medaillen im Bogenschießen wurden heute vergeben. Aus Deutscher Sicht hatte man Florian Unruh, der bereits mit Michelle Kroppen Silber im Mixed-Team gewinnen konnte, eine gute Chance auf eine Medaille. Im Achtelfinale wartet der Brite Tom Hall. Unruh gewinnt dieses erste Duell mit 7:3. Ein souveräner Auftakt. Es folgt der 17-jährige Franzose Baptiste Addis. Nach zwei Sätzen die mit einem Gleichstand enden, kann Addis einen Satz für sich entscheiden. Es folgt ein weiteres Remis. Unruh muss den fünften Satz gewinnen um noch eine Chance auf das weiterkommen zu haben. Nach einer neun und zwei Treffern für zehn Punkte geht es ins Stechen. Wer kommt näher an die Mitte, Unruh oder Addis? Es wird Unruh der nur 11mm von der Mitte entfernt ist. Den US-Amerikaner Brady Ellison kennt er bereits aus dem Mixed-Team. Diesmal endet es aber mit dem schlechteren Ausgang für Florian Unruh. Mit 7:3 gewinnt Brady der schon fast perfekt trifft. Unruh fehlt meist nur ein Punkt um zumindest auszugleichen. Es heißt also Spiel um Platz drei gegen den Koreaner Wooseok Lee. Es wird die Holzmedaille für den Regensburger. Mit 6:0 setzt sich Woseok durch und sichert Bronze für sich. Florian Unruh geht also "nur" mit einer Medaille nach Hause.

Wickler wickelt Brasilien ein

Clemens Wickler und Nils Ehlers stehen im Viertelfinale im Beachvolleyball. Gegen die Brasilianer George Souto und Andre Loyola konnte man deutlich nach zwei Sätzen gewinnen. Damit ist eines der schwersten Duos bereits aus dem Weg geraümt. Man ging schnell in Führung und konnte die Brasilianer so aus dem Konzept bringen, die während Pausen oft fassungslos wirkten. Mein Highlight war aber Laura Ludwig, die gestern ihre Karriere beendete. Morgens hatte sie noch ein Interview bei der ARD mit Alexander Bommes. Als die Überleitung auf das Beachvolleyballmatch geschehen soll witzelt der ARD-Kommentator (dessen Namen ich leider vergessen habe), dass Ludwig doch ebenfalls kommentieren soll. Knapp zwanzig Minuten später hatte Ludwig ein Headset auf und kommentierte als Expertin das Spiel des Deutschen Dous mit. Super coole Aktion.

Rasur in der Dressur

Auch wenn ich nicht viel vom Reitsport halte, ist es nicht abzustreiten, dass Deutschland hier immer sehr gut ist. Nachdem gestern bereits Team-Gold geholt wurde, stand heute das Dressur-Reiten im Einzel an. Nicht nur Silber, sondern auch Gold konnte von den Deutschen Reitern ergattert werden. Isabell Werth holt Silber und wird damit zur erfolgreichsten Deutschen Olympioniken aller Zeiten. Bereits seit Atlanta 1996 holt sie immer mindestens eine Medaille. Jessica von Bredow-Werndl holt sich währenddessen Gold.

Für 10 Minuten siehts gut aus

Drei Spiele, drei Siege. Das ist die Quote der Frauen DBB-Auswahl bei ihrer Olympia Premiere. Im letzten Gruppenspiel kommt es zum Kracherduell gegen die USA. Seit 1992 hat man kein Spiel bei Olympia mehr verloren. Doch kommen wir zum Spiel. Leonie Fiebich eröffnet per Dreier nach 2 Minuten den Score. Satou Sabally zeigt ihre klasse als beste Spielerin die Deutschland hat. Ich bin nach fünf Minuten komplett geflasht. Jeder Ball geht rein. Auch bei den Rebounds und in der Defense läuft es wunderbar. Fiebich und Sabally laufen heiß und man führt mit 15:6. Die USA nimmt erstmal ein Timeout. Ein Sieg scheint hier nicht unmöglich. Das erste Viertel gehört Deutschland. Auch wenn das Ergebnis mit 19:16 etwas knapper wird. Die anderen 30 Minuten gehören komplett den USA. Man merkt den Unterschied in der individuellen Klasse. Man verliert das letzte Gruppenspiel mit 68:87. Doch gegen die USA kann man meiner Ansicht nach verlieren. Im Viertelfinale sind wir ja schon.


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