Handball ist ja doch nicht langweilig
Das Viertelfinale im Handball zwischen dem Gastgeber Frankreich und Deutschland entwickelte sich zu einem absolutem Krimi. Richtig spektakulär wird es in den letzten 10 Minuten des Spiels. Es geht hin und her. Sobald Deutschland ein Tor erzielt, zieht Frankreich sofort nach und andersrum. 5 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit hat der DHB keinen einzigen Sieben-Meter verwandelt. Renars Uscins verwandelt den ersten um auf 27:28 zu verkürzen. Frankreich erhöht sofort auf 29 Punkte. 13 Sekunden vor Ende gibt es einen weiteren Sieben-Meter für Uscins, er trifft wieder. 28:29 und noch zwei Sekunden übrig. Es geschieht unglaubliches. Renars Uscins kommt sofort mit dem Steal und legt den Ball auf Julian Köster der den Ball wieder Uscins gibt und bei ablaufender Uhr den Ball ins Tor hämmert und beim Buzzer trifft. Overtime. 10 Minuten noch kämpfen und dann ist es geschafft. Es geht wieder hin und her. Es sind fast die gleichen Szenen wie die letzten 10 Minuten in der regulären Spielzeit. Bei noch vier übrigen Sekunden steht es unentschieden. Eine zweite Overtime steht im Raum. Doch nicht mit Renars Uscins. Vier Sekunden vor Ende trifft er zur 34:33 Führung für Deutschland und sorgt damit für den Halbfinaleinzug. Episches ereignete sich in Lille.
Noch fünf Tage sind übrig bis die diesjährigen olympischen Spiele enden. Bisher waren es meiner Ansicht nach nicht die besten Spiele aber immer noch gute. Auf einer Rating-Skala wären es bisher ungefähr 3,5-4 Sterne. Ich bin gespannt auf die letzten Wettkämpfe aber es ist erstmal wichtiger was aktuell ist. Es steht die Leichtathletik immer noch im Fokus. Fangen wir also an.
Im Speerwurf der Damen stand heute morgen die Qualifikation für das am Samstagabend folgende Finale. Aus Deutschland ging Christin Hussong an den Start. Das postive zuerst: Sie konnte sich mit ihren Würfen konstant steigern und hatte keinen ungültigen Speer. 59,99m sind leider nicht genug um sich für das Finale zu qualifizieren. Damit verabschiedet sie sich aus Paris.
Im Hochsprung hat Tobias Potye einen sehr peinlichen Auftritt hingelegt. Schon bei der ersten Höhe 2,15 scheitert er nach drei Versuchen. Kein Witz. Der Europameisterschaftszweite von 2022 landet damit auf dem letzten Platz.
Über die 1500m hat Nele Wessel es nicht geschafft sich über den Hoffnungslauf für das Halbfinale zu qualifizieren. Nach vier Minuten und sieben Sekunden beendet sie ihr Rennen auf Platz neun.
Max Hess steht im Finale des Dreisprungs. Mit einem übertretenen Sprung startet er zwar nicht sonderlich gut in den Wettkampf, springt aber gleich im zweiten Versuch eine Top 12 Leistung. Mit 16,98 springt er sich in das Finale, welches am Freitag stattfinden wird.
Joshua Hartmann hat sich nicht für das 200m Finale der Herren qualifiziert. Durch eine zu starke Konkurrenz und einem etwas schlechten Start landet er nur auf dem fünften Platz. Er wird aber noch in der 4x100m Staffel für Deutschland antreten.
Joshua Abuaku und Emil Agyekum haben beide das Finale der 400m Hürden verpasst. Während Agyekum noch einen soliden Mittelfeldplatz belegen konnte, reichte es bei Abuaku nur für den letzten Platz. Die Olympischen Spiele sind damit für beide beendet.
Anjuli Knäsche ist im Finale im Stabhochsprung bereits nach der zweiten Höhe ausgeschieden. Im ersten Versuch konnte sie noch die 4,40m sofort packen. An den 4,60m sollte sie sich doch die Zähne ausbeißen. Alle drei Versuche gehen schief. Damit war es das für die Preetzerin bei Olympia.
Ringen wie das Olympia-Logo
Annika Wendle startete heute im Freistilringen bis 54kg in das olympische Turnier. Ihren ersten Kampf gegen die Griechin Maria Prevolaraki Mit einer Aufholjagd im zweiten Abschnitt geht es für Wendle mit einem 3:2 Sieg erstmal ins Viertelfinale. Hier geht es gegen die Türkin Zeynep Yetgil. Auch diesen Kampf konnte die Deutsche Ringerin gewinnen. Obwohl sie mit 0:5 nach Punkten zurücklag, bringt sie die Türkin mit beiden Schultern auf die Matte und entscheidet den Kampf so für sich. Es folgt die für Ecuador antretende Lucia Yepez Guzman im Halbfinale. Wichtig ist schonmal, dass egal wie der Kampf endet, Wendle mindestens um Bronze kämpfen wird. Und es wird für Wendle auch um Bronze gehen. Die Ecuadorianerin konnte nach knapp vier Minuten durch technische Überlegenheit gewinnen. Am morgigen Abend geht es für Annika Wendle dann um Bronze.
Kajakfahrer müsst ihr sein
Auch heute ging es Rudern mit dem Kajak und dem Canadier weiter. Enja Rösseling schaffte es im Kajak Einer über 500m nicht direkt ins Halbfinale und musste erst den Umweg über das Viertelfinale nehmen. Im letzten Viertelfinale ging sie dann an den Start. Und mit einem soliden Platz vier schafft sie es noch auf den letzten Drücker in das Halbfinale.
Anton Winkelmann und Jakob Thordsen haben es beide im Kajak Einer über 1000m direkt in das Halbfinale geschafft. Winkelmann erreichte in seinem Vorlauf mit einem kleinen Vorsprung den ersten Platz. Thordsen landete in einem engen Duell mit dem Ungarn Adam Varga auf Rang zwei. Das Halbfinale sowie das Finale findet am Samstag statt.
Im Canadier Einer hat es Sebastian Brendel ebenfalls in die nächste Runde geschafft. Im Vorlauf beendete er sein Rennen knapp auf Platz eins und konnte so den Chinesen Liu Hao hinter sich lassen. Für ihn geht es am Freitag weiter.
Tischtennis Team
Indien. So hieß der Gegner der deutschen Tischtennisfrauen in diesem Viertelfinale. Yuan Wan und Xianoa Shan legen im Doppel los und können gleich den ersten Punkt für sich entscheiden. Annett Kaufmann macht gegen Manika Batra weiter und gewinnt. 2:0 für Deutschland. Archana Kamath schafft es aber Shan einen Punkt für die Gesamtwertung abzunehmen. Im letzten Spiel tritt Kaufmann nochmal an und gewinnt wieder. Damit spielt Deutschland defintiv um eine Medaille, egal wie das Halbfinale ausgeht.
Der German Dream ist augeträumt
Alle drei Deutschen Basketballteams hatten meiner Ansicht eine sehr gute Chance auf eine Medaille. Die 3x3-Damen brachten bereits Gold nach Hause. Die Herren werden morgen ein weiteres Mal Frankreich besiegen und die Frauen durften bereits heute gegen die Franzosen dran. Nach dem Spiel muss ich sagen, dass ich selten so eine schlechte Schiedsrichterleistung gesehen habe. Klar, die deutschen Basketballerinnen haben große Teile des Spiels eine grottige Leistung auf dem Court erbracht und echt Probleme mit dem Ballhandling gehabt. Aber was da an Fouls nicht gegeben wurde ist unfassbar. Die Franzosen spielen echt dreckig und hart, besonders gegen Point Guard Alexis Peterson. Letztere war im letzten Viertel sichtlich angefressen was ich auch voll und ganz verstehen kann. Ich kann ebenfalls nicht verstehen warum man so wenige Abschlüsse von draußen versucht. Selbst die einfachsten Lay-Ups haben zwischenzeitlich nicht funktioniert. Warum dann einfach nicht Mal aus Downtown auf den Korb schweißen? Ich möchte nicht mehr wirklich viel zu diesem Spiel sagen weil ich wirklich emotional an dieser Mannschaft hänge und mich dieses Spiel unfassbar wütend und traurig zugleich macht. Daher sage ich folgendes: Bei der Eurobasket die im nächsten Jahr unter anderem in Deutschland stattfindet holen wir uns diesen Titel.
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