Vibe einer Blumenwiese

Flower Boy - Tyler, The Creator


 

Tyler, The Creator war für mich schon immer eine irgendwie surreale Erscheinung im Rap. Zwar wusste ich das es diesen gibt, doch mit seiner Musik befasste ich mich nie. Oft hörte ich nur, dass seine Alben ab 2017 zu den besten Rap-Alben jemals gehören sollen. Und auch das pinke, markante Cover das Albums "IGOR" fiel mir regelmäßig aufgrund seiner einzigartigkeit auf. Jedenfalls schaue ich zum Zeitpunkt wo ich diese Kritik schreibe die Serie "Atlanta". Vor ein paar Tagen war ich dann bei der grandiosen Folge "Teddy Perkins" angelangt. Und Gott weiss warum kam ich bei dieser Folge auf den Gedanken, dass ich doch mal anfangen könnte die Diskographie von Tyler, The Creator zu hören. Nun ja, dass hab ich dann gestern getan. 

Doch beim ersten mal wollte mir das Album "Flower Boy" einfach nicht gefallen. Ich fand es irgendwie schwerfällig, war vom Soundbild verwirrt und verstand die Vocals aufgrund des lauten Instrumentals nicht. Kurzgesagt: Ich brach nach dem sechsten Song "Pothole" ab. Ich hatte den Künstler für mich persönlich schon abgeschrieben, hatte keine Lust mehr mich auf seine anderen Projekte einzulassen. Wobei seine Art von Musik von dem was ich hörte eigentlich genau meins sein sollte. Zwei Tage später wagte ich mich an die zweite Hälfte der Platte. Plötzlich macht es Klick.

Wie ausgewechselt begeisterte mich jeder einzelne Track des Albums. Die smoothen, viby Beats sind großartig und laufen nahtlos ineinander über, so dass ich kaum merkte, wenn ein Song endete und einer anfing. Textlich überzeugte mich das ganze nun auch. Sei es seine sexuelle Ausrichtung, Einsamkeit oder die ganzen Metaphern und Wortspiele im Bezug auf Blumen. Nach dem die zweite Hälfte durch war, ließ mich das Album geplättet zurück. Ich feierte es von Anfang bis Ende, wenn man nur die zweite hälfte zählt. Besonders "911 / Mr. Lonely" hat es mir als einzelner Song angetan. Beide Beats gepaart mit den Gesangs- Rap-Parts ergeben ein einfaches Kunstwerk. Doch das war ja nur die zweite Hälfte. Wie sieht es jetzt eigentlich mit der ersten aus?

Ja. Leider bleib ich was die ersten sechs Songs angeht bei meiner Meinung. Irgendwie geht das nicht an mich. Und komischerweise wirkte es wieder so als wäre ab dem siebten Track wieder ein Schalte umgelegt worden. Rundum finde ich das Album. doch ziemlich gelungen. Auch wenn ich einen Stotterstart mit dem Album hinlegte, konnte mich einiges dann dennoch überzeugen. Ich habe so oder so eine Schwäche für Konzeptalben, was man auch wieder hier merken konnte. Ich liebe es einfach, wenn ein Album alles in allem perfekt harmoniert und mit sanften Übergängen brilliert. Ich freue mich tierisch auf das nächste Album "IGOR" und werde eventuell auch früheren Alben von Tyler eine Chance geben. Doch jetzt werde ich erstmal Atlanta weiterschauen.

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