DUNE: PART TWO
Dune ist für mich etwas Besonderes. Es war der erste Film, den ich LetterBoxd eingetragen hatte. Außerdem schrieb ich hier meine erste Review zu einem „neuen“ Film. Diese ist aber nicht mehr Online. Nur der Satz „Ein audiovisuelles Meisterwerk“ lässt sich bei diesem Eintrag finden. Einen Satz den ich auch heute noch so unterschreiben würde. Dieser Satz lässt sich auch auf diesen Film übertragen. Ich hätte auch nur diesen Satz wieder schreiben müssen, doch mittlerweile sind etwas weniger als zwei Jahre vergangen und mir fällt es schwer mich für Dune: Part Two kurzzufassen.
Sobald der Film startete, zuckte ich kurz zusammen. Wie Teil eins beginnt man hier mit einer für den Film passende Aussage: Macht ist Spice und Spice ist alles. Und auch wie im ersten Part beginnt man mit einer Montage, die quasi die Ereignisse des Konfliktes zwischen den Harkonnen und den Atreides aus der Sicht des Imperiums erzählt. Sofort war ich wieder drin in dieser Welt. Ich genoss jede einzelne Sekunde dieses Science-Fiction-Epos.
Die Spannung, die während der ersten Szene kreiert wird, ist unglaublich. Wie Götter schweben erst die Truppen von Haus Harkonnen auf einen Berg um kurz darauf von Fremen erschossen und von Paul im direkten Duell besiegt zu werden. Ich hab selten so oft ein Gefühl von Erleichterung bei jeder Action-Szene gefühlt. Bei den Action-Szenen bleibt es aber nicht. Als Lady Jessica zur ehrwürdigen Mutter ausgerufen wird und dafür das Wasser des Lebens trinken muss. Dieses Ritual spielt sie großartig. Man hofft, dass sie das ganze überleben wird. Hofft das ihr Kind überlebt. Und wenn man endlich Gewissheit hat, spüre ich wieder diese Erleichterung. Rebecca Ferguson kommt hier zu persönlichen Bestleistungen und ist als ehrwürdige Mutter unglaublich gut. Man nimmt ihre Figur ernst, interpretiert sie eventuell sogar als eigentliche Bedrohung im Hintergrund. Eine mit passendem Subtext geschriebene Figur.
Zendaya und Chalamet sind klasse in diesem Epos. Vom wandern durch der Wüste bis zum Gespräch über die Schönheit von Arrakis und das Schwimmen auf Caladan. All das begleitet von Theme des Films mit straken Synthesizer Klängen. Die beiden sind die perfekten Besetzungen für Chani und Usul.
Der Ritt von Paul auf dem Großvater-Wurm. Mit dem laut Denis Villeneuve besten Shot des Films. Mit diesem leuchten in den Augen von Stilgar aber auch dieser Angst. Mit dem Wendepunkt für Lisan-Al-Gaib wo er vom Großteil des Nordens als Messias anerkannt wird. Bei Paul merkt man, sobald er vom Wasser des Lebens trinkt, einen richtig harten Cut. Er weiß, dass es ab dann keinen Weg zurück mehr gibt. Wirkt dunkler, ernster, machthungriger. Im Kriegsrat soll diese Entwicklung an die Spitze getrieben werden. Lisan al Gaib redet, nein, schreit hier seine »Predigt« wahrlich. Und sobald er sich zum Herzog von Arrakis ausruft, macht Villeneuve etwas sehr Interessantes. Er nimmt dem Zuschauer seine ursprüngliche Bezugsperson weg, und wechselt auf Chani. Die zweite Hälfte ist, für den Zuschauer bei großen Szenen aus ihrer Perspektive erzählt. Bezeichnend ist dafür folgendes: Dune "startet“ mit einem Close-up von Paul während Part Two mit einem Close-up von Chani endet.
Allgemein erkunden wir eher die etwas dunkleren Seiten der Hauptcharaktere. Dennoch hinkt der Vergleich mit „Empire Strikes Back“. Ich dachte zu keinem Zeitpunkt, dass mich Dune: Part Two an irgendeinen Film erinnert. Bei beiden Sichtungen kam das nicht vor. Nur nach dem Kino erinnerte mich Paul beim Gang durch die große Masse an Fundamentalisten an Anakin Skywalker. Doch daran merkte ich eigentlich nur, wie viel George Lucas bei Frank Herbert abgeschrieben hat.
Giedi Prime mit seiner schwarzen Sonne und diesem wunderschönen Look. Der beeindruckenden Arena und diesem Feuerwerk. Das ist das, was ich bei Sci-Fi sehen will. Fremde Welten und Innovation. Besondere Technologie und unbekannte Kulturen. Alles Punkte die Dune für mich bietet und mich jedes Mal aufs neue sprachlos macht.
Auch wenn der Imperator etwas kurz tritt, finde ich das echt nicht schlecht. Er behält so seine Mystik und ich liebe es, dass man sein Kostüm so simpel gehalten hat. Er ist immerhin der Imperator des Universums, warum sollte er also eine prunkvolle Robe anziehen. Auch wenn sein Outfit am Ende des Films eher den Touch eines Schlafanzugs hat.
Die finale Stunde ist eine Meisterleistung des Films. Wenn Muad'Dib den Rand der Klippe betritt und das ganze Volk der Fremen zum Kampf aufruft, bekomme ich jetzt Gänsehaut, bekomme ich morgen Gänsehaut, werde ich noch in zehn Jahren Gänsehaut bekommen. Der Kameraschwenk von Stilgar zu einer Reihe von Wüstenkämpfern geschmückt mit Flaggen der Atreidesfamilie. Wenn sich drei Sandwürmer auf dem Weg zum heiligen Krieg befinden. Wenn Gurney sich durch Harkonnen und Sadaukars metzelt, die Stufen zu Rabban besteigt, der Score von Zimmer so richtig ballert und der Schmuggler sich schlussendlich rächen kann. All das sind Momente für, dass ich das Kino liebe. All das sind Momente, die man so schnell nicht vergisst.
Beim letzten Messerkampf zwischen Paul und Feyd-Rautha jubelte ich innerlich, dass man wieder auf den Einsatz von Musik gänzlich verzichtete. Obwohl ich den Ausgang des Duells wusste, tat es mir wieder weh, wenn Paul mit dem Messer getroffen wird. Und wieder fiel mir ein Stein vom Herzen, als Feyd-Rautha seine eigene Klinge zu spüren bekommt.
Ich freue mich immens auf „Dune: Messiah“ und werde der Buchvorlage von Frank Herbert noch mal eine Chance geben. Für mich ist das hier einer der besten Sci-Fi Filme aller Zeiten, wobei die letzte Stunde wie schon gesagt eine Meisterleistung des Films ist. Dune bleibt für mich etwas ganz Besonderes.
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